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Frage No 12

12 Beeinflusst die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst die Globalisierung?

Rousseau stellt in seiner Antwort auf die Akademiefrage vor allem jene Völker dar, die noch nicht „angesteckt“ worden sind durch die Dekadenz einer Gesellschaft, die nutzloses Wissen anhäuft. Dabei mischt er Gegenwart und Geschichte ganz unbefangen. Von daher müsste man die Frage eher umgekehrt formulieren: Die Globalisierung fördert die Verbreitung eines europäischen Modells der Wissenschaft – und beeinflusst damit die Kunst und Wissenschaft auch anderswo. Rousseau lebt in einer Zeit, als die Kolonialisierung erst gerade beginnt und es noch „unberührte“ Völker gibt. Die Globalisierung steht am Anfang.

„Lasst uns all dem die Darstellung der Sitten der wenigen von der Ansteckung durch dieses nutzlose Wissen verschonten Völker gegenüberstellen, die kraft ihrer Tugenden ihr eigenes Glück schufen und damit anderen Völkern zum Vorbild wurden. So die ersten Perser, jenes außergewöhnliche Volk, bei dem man die Tugend erlernte wie bei uns die Wissenschaft; das Asien so mühelos unterwarf und dem als einzigem das rühmliche Verdienst zukommt, dass die Geschichte seiner Institutionen für einen philosophischen Roman gehalten werden konnte. So die Skythen, über die uns herrlichste Lobpreisungen überliefert wurden. Ebenso die Germanen: eine Feder, die es leid ist, Verbrechen und Niedertracht jenes gebildeten, sinnenfrohen und wollüstigen Volkes zu schildern, zeichnete mit Erleichterung dessen Einfalt, Unschuld und Tugenden nach. So auch Rom, selbst in den Zeiten seiner Armut und Unwissenheit. So hat sich auch jenes Volk von Ackerbauern bis zum heutigen Tage gezeigt, das für seinen Mut, den kein Schicksalsschlag zu Fall bringen konnte, gepriesen wird sowie für seine Treue, die kein schlechtes Beispiel zu verderben vermochte.“

© 2012 Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart

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