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Frage No 03

03 Verändert die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst den Patriotismus?

Rousseau argumentiert, dass eine Verfeinerung der Sitten, zu der auch die Kultivierung der Künste und Wissenschaften gehört, zu einer Art diplomatischen Verlogenheit führt. Diese Verlogenheit weicht die Grenzen zwischen Freund und Feind auf, was die emotionale Bindung ans Vaterland schwächt.

„Welche Laster hat diese Ungewissheit nicht in ihrem Gefolge! Keine ehrlichen Freundschaften mehr, keine aufrichtige Wertschätzung, kein eigentliches Vertrauen. Verdächtigungen, Argwohn, Befürchtungen, Gefühlskälte, Zurückhaltung, Hass, Verrat werden sich unablässig hinter diesem gleichförmigen und trügerischen Deckmantel der Höflichkeit verstecken, hinter dieser viel gepriesenen Urbanität, die wir unserem aufgeklärten Jahrhundert verdanken. Zwar wird man den Namen des Herrn über das Universum nicht mehr durch Flüche entweihen, wohl aber durch Gotteslästerungen schmähen, ohne dass unsere sonst so empfindlichen Ohren daran Anstoß nähmen. Man wird zwar nicht mehr sein eigenes Verdienst rühmen, wohl aber das der anderen herabsetzen. Man wird zwar seinen Feind nicht grob beleidigen, wohl aber ihn raffiniert verleumden. Der Hass zwischen den Völkern wird erlöschen, mit ihm aber auch die Liebe zum Vaterland.“

© 2012 Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart

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